Vier der zehn Browser, die ich getestet habe, waren am PC nicht auseinanderzuhalten. Chrome, Edge, Vivaldi und DuckDuckGo gaben denselben FingerabdruckFINGERABDRUCKDie Summe der Angaben, die dein Browser einer Webseite über dein Gerät macht: Bildschirmgröße, Grafikkarte, Schriftarten, Zeitzone. Zusammen ergeben sie eine Kennung, die dich ohne Cookies wiedererkennbar macht. ab, Zeichen für Zeichen.
Das klingt zunächst nach einer guten Nachricht. Wer gleich aussieht, ist schwerer zu unterscheiden, und genau darauf setzt der Tor Browser: Dort sollen alle Nutzer denselben Fingerabdruck tragen.
Hier ist es umgekehrt. Die vier sahen gleich aus, weil sie alle dieselben Angaben über mein Gerät durchreichten: Grafikkarte, Kernzahl, Bildschirmgröße. Gegenüber anderen Geräten blieb dieser Abdruck trotzdem einzigartig, und genau so hat Cover Your Tracks ihn auch eingestuft[2]. Gleich sind die vier also nur untereinander, auf meinem Rechner. Wer zwischen ihnen wechselt, um weniger Spuren zu hinterlassen, hinterlässt exakt dieselben.
Nur ein einziger Browser im Test fälscht durchgängig, was für ein Gerät unter ihm steckt.
// Es gibt hier schon einen Browser-Artikel
Der ausführliche Vergleich steht unter Browser-Alternativen: welcher Browser wem gehört, was er blockt, wie du ihn einstellst und welche Erweiterungen sich lohnen. Dieser Text beantwortet nur eine Frage, nämlich welcher Browser am wenigsten über dich preisgibt. Wenn du wissen willst, welchen du überhaupt nehmen sollst, bist du im anderen Artikel besser aufgehoben.
// 01Die Rangfolge
Fünf Stufen, keine Plätze. Innerhalb einer Stufe ist der Unterschied kleiner, als eine Platzziffer behaupten würde.
| Stufe | Browser | Was er über das Gerät preisgibt |
|---|---|---|
| 1 | Fälscht Grafikkarte, Kernzahl, Fenstergröße und Zeitzone. Als einziger durchgängig. | |
| 2 | Würfelt Werte bei jedem Neustart neu. Versteckt die Grafikkarte auf beiden Handys, am PC nicht. | |
| 3 | Verwischen je eine Sache. Der Hersteller bleibt erkennbar, das Modell nicht. | |
| 4 | Verwischen nichts, verraten aber weder Gerätemodell noch die Adresse im Heimnetz. | |
| 5 | Geben alles preis, dazu das Gerätemodell und unter Android die Adresse im Heimnetz. |
Für Safari steht dort ein Geländewagen. Apple untersagt die Verwendung des eigenen Zeichens ohne schriftliche Lizenz, also fahren wir auf Safari.
Tor ist allein in seiner Klasse. Auf meinem Rechner stand die Uhr auf Island. Kein anderer Browser im Test tut das.
Brave ist der einzige weitere, der Werte fälscht. Auf meinem PC meldete er nacheinander 5, 12 und 13 Prozessorkerne, tatsächlich sind es 16.
Safari behauptet auf dem iPad, ein Mac von 2019 zu sein. Firefox und Waterfox nennen eine falsche, ältere Grafikkarte, auf allen drei Geräten dasselbe Muster.
Chrome, Edge und DuckDuckGo nennen dein Gerätemodell beim Namen, bei mir „Pixel 9a" beziehungsweise „Motorola Edge 50 Pro". DuckDuckGo gibt obendrein die Build-Nummer des Telefons mit an.
// Diese Rangfolge gilt nur für eine einzige Frage
Nämlich dafür, wie leicht dich eine Webseite wiedererkennt. Sie sagt nichts darüber, wer wie viel Werbung blockt, wem die Firma gehört, wo die Server stehen oder wie angenehm sich der Browser bedienen lässt. Für diese Fragen steht der ausführliche Vergleich bereit.
// 02Wann das überhaupt zählt
Bei jedem Dienst, an dem du angemeldet bist, spielt das alles keine Rolle. Google, Meta und Amazon kennen deinen Namen, deine Adresse und deine Bestellhistorie. Sie müssen dich nicht am Browser wiedererkennen, du hast dich gerade selbst vorgestellt.
Es zählt genau dort, wo du nicht angemeldet bist. Beim Nachrichtenportal, beim Reiseanbieter, beim Preisvergleich, bei der Arztsuche. Dort entscheidet es darüber, ob dich diese Seiten trotzdem über Wochen hinweg als dieselbe Person führen können.
Und du musst dafür nichts eingestellt haben. Das ist der Teil, der die meisten überrascht. Stell dir vor, jemand soll dich in einem vollen Bahnhof finden und darf dabei nur Ja-Nein-Fragen stellen. Brille? Größer als 1,80 Meter? Rucksack? Rote Jacke? Keine einzelne Antwort sagt viel, jede trifft auf Tausende zu. Nach zehn Fragen steht trotzdem nur noch eine Handvoll Leute in der Halle.
Solche Fragen beantwortet dein Browser bei jedem Seitenaufruf, nur eben über dein Gerät: Bildschirmgröße, Grafikkarte, Anzahl der Prozessorkerne, Sprache, Zeitzone, installierte Schriftarten. Nichts davon hast du eingerichtet. Das meiste stand fest, als du das Gerät aus der Schachtel genommen hast.
Und warum sollte mich das stören?
Weil die Zuordnung hält. Cookies kannst du löschen, und im privaten Fenster werden sie am Ende von selbst gelöscht. Der Fingerabdruck bleibt in beiden Fällen derselbe: Er wird bei jedem Aufruf neu aus dem Gerät abgelesen. Genau darauf zielt der Test von Cover Your Tracks, und genau das ist der Grund, warum die Werte in diesem Artikel überhaupt zählen.
Wer dich einmal zugeordnet hat, ordnet dich beim nächsten Mal wieder zu. Und dieselben Werbe- und Analysedienste laufen auf sehr vielen Seiten mit. Daraus entsteht eine Reihenfolge: die Krankheit, die du abends nachliest. Die Anwältin, die du am nächsten Morgen suchst. Der Kredit, den du zwei Wochen später vergleichst. Die Wohnungsanzeigen im Monat darauf.
Jede dieser Seiten für sich weiß wenig. Wer sie der Reihe nach mitschreibt, weiß, dass da jemand krank ist, sich beraten lässt, Geld braucht und umzieht. Du hast dabei nie deinen Namen genannt und dich nirgends angemeldet.
// eine verwechslung// 03Was der Werbeblocker nicht kann
uBlock Origin ändert daran nichts. Ich habe denselben Browser zweimal getestet, einmal mit dem Blocker und einmal ohne. Beide Läufe ergaben dieselbe Kennung, bis auf die letzte Stelle.
Der Blocker verhindert Verbindungen zu bekannten Trackern. Was der Browser über sich selbst erzählt, wenn eine Seite ihn fragt, ist eine andere Baustelle. Ich hatte die beiden vorher für dieselbe gehalten.
Behalte den Blocker. Er löst ein anderes Problem als das aus diesem Artikel.
// empfehlung// 04Was du tun kannst
Tor gewinnt den Test deutlich und ist trotzdem für die meisten kein Alltagsbrowser. Er ist langsam, viele Seiten legen einem Rätsel vor oder sperren ganz aus, und Online-Banking wird zur Geduldsprobe.
Deshalb hängt die Empfehlung davon ab, was du vorhast.
Wenn dich eine bestimmte Recherche niemandem zuordnen lassen soll (eine Krankheit, eine Kündigung, eine Anwältin, eine Schuldnerberatung), dann Tor, für genau diese Sitzung. Die Unbequemlichkeit hältst du eine halbe Stunde aus.
Für den Alltag am Handy ist Brave der beste Kompromiss aus dem Testfeld, auf beiden getesteten Telefonen. Er versteckt dort die Grafikkarte, würfelt Werte und verrät die Adresse im Heimnetz nicht.
Am PC verliert Brave einen Teil seines Vorsprungs, bleibt aber vorn, weil er als einziger überhaupt Werte fälscht.
Auf iPhone und iPad ist Safari eine bessere Wahl, als sein Ruf bei Datenschützern vermuten lässt. Die Angaben, die er nach außen gibt, passen auf sehr viele Geräte gleichzeitig. Wie viel Apple selbst über dich sammelt, steht auf einem anderen Blatt und wurde hier nicht gemessen.
Wenn du Chrome benutzt, wechsle am besten sofort. Der verrät sonst noch, wo deine Oma wohnt. Was er darüber hinaus über dich sammelt, hat Proton zusammengetragen.
Und wenn du trotzdem bleibst, wo du bist: Ein zweiter Browser, den du nur für die heiklen Dinge benutzt, bringt mehr als ein Wechsel auf ganzer Linie.
// Nerd-Ecke Messwerte, Methode und die Technik dahinter · 10 Min.
Wie ich getestet habe
Drei Werkzeuge habe ich selbst laufen lassen, alle öffentlich und kostenlos. CreepJS von Abraham Juliot liest aus, was ein Browser preisgibt, und erkennt zusätzlich, ob er beim Verschleiern flunkert[1]. Das war das Hauptwerkzeug. Cover Your Tracks von der Electronic Frontier Foundation prüft, was geblockt wird[2]. Der WebRTC Leak Test von BrowserLeaks diente zur Gegenprobe bei den Adressen[3]. Dazu kommt eine fremde Quelle, die ich nicht selbst erhoben habe: privacytests.org, Stand der Android-Tabelle 8. September 2026[4].
Vier Geräte. Ein PC mit Windows 11, NVIDIA GeForce RTX 3060, 16 Kerne. Ein Pixel 9a mit GrapheneOS und Android 17, Mali-G715, 8 Kerne. Ein Motorola Edge 50 Pro mit normalem Android 16 und allen Google-Diensten, Adreno 720, 8 Kerne. Ein iPad mit Safari 26.6.1.
Die Fassungen, gemessen am 11. und 13. September 2026: Chrome, Edge, Vivaldi, Vanadium, DuckDuckGo und Brave liefen auf Chromium 152 beziehungsweise 153, Firefox und Waterfox auf 140er-Stand, der Tor Browser meldete Firefox 140. Wer die Werte nachstellt, sollte das mitlesen: Die Schutzmaßnahmen dieser Browser ändern sich von Fassung zu Fassung.
Die Netzbedingungen waren unterschiedlich, und das ist für das Lesen der Zahlen wichtig. Das Pixel lief über Tailscale mit einem Mullvad-Ausgang in Irland, dazu netzwerkweite Filterung der Namensauflösung über AdGuard im Heimnetz. Das Motorola lief ohne beides. Am PC lief ein einziger Brave-Durchgang über einen irischen Ausgang, alle übrigen ohne VPN. Das iPad lief im normalen WLAN. Der Tor Browser bringt in allen Fällen sein eigenes Netz mit.
Daraus folgt eine Einschränkung, die ich offen dazusage: Der Test vergleicht Browser, keine Netzwerke. Wo eine öffentliche Adresse auftauchte, sagt das etwas über den Browser und nichts über die Qualität eines VPN.
Die Grenzen: 26 Kombinationen, jede einmal gemessen. Mehrere Durchläufe gab es nur dort, wo es auf den Vergleich ankam: bei Brave dreimal, bei Waterfox mit und ohne Blocker, bei Vivaldi am PC dreimal. Das ist ein Erfahrungsbericht mit belegten Zahlen. Für eine Studie wären mehrere Durchläufe je Kombination nötig.
Vier Browser, ein Fingerabdruck
Am PC lieferten Chrome, Edge, Vivaldi und DuckDuckGo exakt dieselben Messwerte: dieselbe Grafikkarte samt Geräte-Kennung, dieselbe Kernzahl, dieselbe Bildschirmgröße. Beim EFF-Test dieselben beiden Prüfsummen für CanvasCANVASEine Zeichenfläche im Browser. Lässt eine Webseite dort ein Bild zeichnen, fällt das Ergebnis je nach Grafikkarte und Treiber minimal anders aus. Aus diesem Unterschied entsteht eine Kennung. und Grafik, b10815ce und 93404a17, identisch bis zur letzten Stelle. Der zweite Wert heißt technisch WebGLWEBGLSchnittstelle, über die eine Webseite direkt mit der Grafikkarte zeichnet, etwa für 3D-Karten. Dabei erfährt sie Modell und Treiber, und das Ergebnis fällt je nach Gerät minimal anders aus.-Fingerabdruck: Die Seite lässt ein kleines Bild über die Grafikkarte zeichnen und misst, wie das Ergebnis ausfällt. Aus derselben Schnittstelle stammt auch der Kartenname weiter oben, dort über die Erweiterung WEBGL_debug_renderer_info, die ursprünglich für Google Maps gedacht war.
Am Motorola dasselbe Bild: Chrome, Edge und Vivaldi teilen sich einen Fingerabdruck, DuckDuckGo weicht nur in einem der beiden Werte ab. Firefox und Waterfox liegen daneben, teilen aber untereinander denselben Grafik-Wert, weil sie denselben Unterbau haben.
Firefox und Waterfox zeigen dabei den anderen Weg. Beide meldeten auf allen drei Geräten eine ältere Karte als die verbaute, jeweils mit dem Zusatz „or similar": GTX 980 statt RTX 3060, Mali-T760 statt Mali-G715, Adreno 650 statt Adreno 720. Der Hersteller bleibt lesbar, das Modell wird auf einen gemeinsamen Nenner gezogen. Damit zielen beide auf den Effekt aus dem Einstieg: Wer denselben Wert meldet wie viele andere, ist an dieser Stelle schwerer zu unterscheiden.
Brave, Vivaldi, Edge, Vanadium, DuckDuckGo und Chrome laufen alle auf ChromiumCHROMIUMDer quelloffene Unterbau, aus dem Google Chrome entsteht. Andere Hersteller bauen darauf ihre eigenen Browser, zum Beispiel Edge, Brave, Vivaldi und Opera.. Brave steht trotzdem auf Stufe 2 und Chrome auf Stufe 5. Über die Menge der preisgegebenen Daten entscheidet also der Hersteller: Beide nutzen denselben Unterbau und liegen drei Stufen auseinander.
Für Vivaldi gibt es eine Gegenlesart: Wer sich exakt wie Chrome verhält, der laut StatCounter im August 2026 auf 69,39 Prozent der weltweiten Nutzung kam[5], geht in der Masse unter. Die Überlegung hat etwas für sich, sie ist aber eine Wette darauf, dass die Ähnlichkeit bestehen bleibt.
Drei Browser verraten dein Heimnetz
Browser können Direktverbindungen zwischen zwei Geräten aufbauen, für Videotelefonie etwa. Damit das klappt, müssen sie der Gegenstelle sagen, unter welchen Adressen sie erreichbar sind, auch unter der lokalen im eigenen WLAN.
Weil das ein Wiedererkennungsmerkmal ist, ersetzen die meisten Browser diese Adresse durch einen Zufallsnamen. Die Verbindung klappt trotzdem, die Webseite erfährt die Adresse aber nicht.
Chrome, Edge und DuckDuckGo tun das unter Android nicht. Auf dem Motorola schrieben sie die echte WLAN-Adresse hinein, bei mir 192.168.178.46. Auf dem Pixel gaben sie stattdessen die Adresse preis, unter der das Gerät im Tailscale-Netz erreichbar ist. Beides sind Adressen, die nur im jeweiligen Netz gelten, und beide taugen zur Wiedererkennung. Am Windows-PC setzt Chrome den Platzhalter korrekt, nur unter Android nicht. Beide Prüfwerkzeuge zeigen dasselbe, auf beiden Telefonen.
Für die Praxis ist das weniger dramatisch, als es klingt: Die Adresse im Heimnetz führt niemanden zu dir nach Hause. Sie ist ein weiteres Unterscheidungsmerkmal und verrät nebenbei, wie dein Netz aufgebaut ist.
Chromium kennt für diese Maskierung einen Schalter, chrome://flags/#enable-webrtc-hide-local-ips-with-mdns, dazu eine Kommandozeilenoption und eine Richtlinie für verwaltete Geräte. Auf dem Desktop greift er. Ob er sich unter Android erreichen und wirksam setzen lässt, habe ich nicht geprüft, und in den getesteten Android-Fassungen war die Maskierung ab Werk jedenfalls aus.
Warum zwei Tests sich widersprachen
Cover Your Tracks bewertete Tor schlechter als jeden anderen Browser im Test. Tor bekam dort „einigen Schutz, aber mit Lücken" und bei beiden Tracker-Fragen nur „teilweise". Chrome, Edge, DuckDuckGo, Firefox und Vivaldi bekamen „starken Schutz" und zweimal „ja".
CreepJS zeigt das genaue Gegenteil. Beide Werkzeuge sind seriös, beide messen korrekt, und sie messen verschiedene Dinge.
Cover Your Tracks prüft zu großen Teilen, wie gut ein Browser Werbe- und Trackerlisten anwendet. Genau die hat Tor bewusst nicht, weil solche Listen selbst wieder unterscheidbar machen, wer sie benutzt. Dazu kam bei den Läufen über das Pixel die Filterung auf Netzwerkebene. Sie fängt Tracker ab, bevor der Browser überhaupt gefragt wird, und verbessert damit das Ergebnis jedes Browsers außer Tor, der an ihr vorbeiläuft.
Ein einzelner Testwert taugt deshalb nicht als Urteil. Du musst wissen, was gemessen wurde.
// Zur dritten Quelle gehört eine Offenlegung
privacytests.org wird von Arthur Edelstein betrieben. Er ist bei Brave angestellt. Die Tests sind quelloffen und nachprüfbar, aber die Auswahl der Kategorien ist nicht neutral: Gemessen wird stark das, was Brave besonders gut kann. Ich habe die Seite deshalb nur zur Einordnung herangezogen und nicht als Grundlage der Rangfolge.
Wie Brave würfelt
Dass Brave Werte fälscht, lässt sich mit einem einzelnen Durchlauf nicht zeigen. Ich habe deshalb dreimal gemessen, auf dem Motorola:
| Lauf | Kerne | Canvas-Prüfsumme | Grafik-Prüfsumme (WebGL) |
|---|---|---|---|
| 1 | 2 | 137ae19b… | 2c8851f8… |
| 2, gleiche Sitzung | 2 | 137ae19b… | 2c8851f8… |
| 3, nach Neustart | 4 | 39e832b4… | aa5b1376… |
Gegenüber derselben Seite bleibt der Wert innerhalb einer Sitzung stabil, nach dem Neustart ist jeder Wert neu. Das ist Absicht: Würfelte Brave bei jedem Aufruf neu, gingen Webseiten kaputt. Wer nur die ersten beiden Läufe vergleicht, kommt zum falschen Schluss, Brave würfle gar nicht.
Gemessen habe ich dreimal gegen dasselbe Werkzeug. Braves Verfahren, von Brave „Farbling" genannt, leitet die Werte aus einem Startwert je Sitzung und je Domain ab[6]. Zwei verschiedene Webseiten sehen also auch innerhalb derselben Sitzung verschiedene Werte. Für die Wiedererkennung über Seitengrenzen hinweg ist das der eigentliche Effekt, und mein Aufbau mit einem einzigen Messwerkzeug zeigt ihn nicht.
Der Blocker, nachgemessen
Waterfox auf dem Pixel, zweimal durch CreepJS:
| ohne uBlock Origin | mit uBlock Origin | |
|---|---|---|
| Kennung | e909d24626809880435ad521fd890f8… | identisch |
| Zweitkennung | 8dd653b589ecfea18b694464f257ad2… | identisch |
| Zeitzone, Sprache, Gerät, Grafik | jeweils identisch |
Kein einziger Wert unterscheidet sich. Gemessen habe ich die Standardeinstellung, und das ist Absicht: Wer von uBlock gehört hat, installiert es und lässt es laufen. Im erweiterten Modus kann der Blocker Skripte je Seite ganz sperren, und ohne Skripte läuft auch kein Fingerprinting-Skript. Diesen Modus schaltet kaum jemand ein, und getestet habe ich ihn nicht.
Alle Messwerte
Grafikkarte, wie der Browser sie meldet (verbaut: RTX 3060 / Mali-G715 / Adreno 720)
| Browser | Windows-PC | Pixel 9a | Motorola |
|---|---|---|---|
| Tor | „Mozilla", Grafik blockiert | „Mozilla" | „Mozilla" |
| Brave | RTX 3060 | „Brave" | „Brave" |
| Vanadium | — | Mali-G715 | — |
| Vivaldi | RTX 3060 | Mali-G715 | Adreno 720 |
| Chrome | RTX 3060 | Mali-G715 | Adreno 720 |
| Edge | RTX 3060 | Mali-G715 | Adreno 720 |
| DuckDuckGo | RTX 3060 | Mali-G715 | Adreno 720 |
| Firefox | GTX 980 | Mali-T760 | Adreno 650 |
| Waterfox | GTX 980 | Mali-T760 | Adreno 650 |
Gemeldete Prozessorkerne (echt: 16 am PC, 8 an beiden Handys)
| Browser | PC | Pixel 9a | Motorola |
|---|---|---|---|
| Tor | 4 | 4 | 4 |
| Brave | 5 / 12 / 13 | 6 | 2 / 4 |
| alle übrigen | 16 | 8 | 8 |
Adresse im Heimnetz
| Browser | PC | Pixel 9a | Motorola |
|---|---|---|---|
| Tor | Funktion fehlt ganz | blockiert | Funktion fehlt ganz |
| Vanadium | — | blockiert | — |
| Vivaldi | blockiert | Platzhalter | Platzhalter |
| Brave, Firefox, Waterfox | Platzhalter | Platzhalter | Platzhalter |
| Chrome, Edge, DuckDuckGo | Platzhalter | preisgegeben | preisgegeben |
Urteil von Cover Your Tracks
| Browser | PC | Pixel 9a | Motorola |
|---|---|---|---|
| Tor | — | — | „einiger Schutz, mit Lücken" |
| Brave | randomisiert | — | randomisiert |
| Vanadium | — | nahezu einzigartig | — |
| Chrome | — | nahezu einzigartig | einzigartig |
| Firefox | — | nahezu einzigartig | einzigartig |
| Waterfox | — | — | nahezu einzigartig |
| Vivaldi | — | einzigartig | einzigartig |
| Edge | — | einzigartig | einzigartig |
| DuckDuckGo | einzigartig | — | einzigartig |
Dahinter steckt ein Tausch: Die Chromium-Browser reduzieren die Android-Version im User-Agent auf „Android 10", nennen dafür an anderer Stelle das exakte Gerätemodell. Firefox und Waterfox machen es umgekehrt, sie nennen die echte Android-Version und kein Modell. Auch Tor gibt „Android 10" an, dort allerdings zusammen mit einer Fenstergröße, Zeitzone und Kernzahl, die ebenfalls nicht stimmen.
Was die Browser über sich selbst sagen
| Browser | meldet sich als | Besonderheit |
|---|---|---|
| Chrome, Edge | Chrome bzw. Edge | nennen das Gerätemodell |
| Vivaldi | Google Chrome | gibt sich am PC als Chrome aus |
| Vanadium | Google Chrome | gibt sich als Chrome aus |
| DuckDuckGo | Android WebView | nennt Modell und Build-Nummer |
| Brave | Brave | nennt kein Modell |
| Firefox, Waterfox | Firefox | nennen die echte Android-Version (16 bzw. 17) |
| Tor | Firefox 140 | behauptet Android 10 |
| Safari | Safari | behauptet, ein Mac zu sein |